 |
 |


|
Prävention |
 |
Was heißt (Sucht-)Prävention?
Zugangsebenen für Suchtprävention - wo setzt Prävention an?
(Sucht-) Prävention und ihr Verhältnis zur (allgemeinen) Gesundheitsförderung
o Grundsätzliche Ziele von Suchtprävention
o Prävention ist Sisyphosarbeit
Unsere gegenwärtige Ausrichtung in der Prävention
o Prävention in den Schulen in Heidelberg
o Prävention in den Schulen im Rhein-Neckar-Kreis
o FreD
Was heißt (Sucht-)Prävention?
Allgemein bezeichnet der Begriff (Sucht-) Prävention alle Aktivitäten, die darauf abzielen, dem Auftreten von (Sucht-) Erkrankungen und anderen Schädigungen durch Substanzgebrauch vorzubeugen.
Zugangsebenen für Suchtprävention - wo setzt Prävention an?
Menschliches Handeln allgemein wie Substanzgebrauch im Besonderen ergibt sich im Zusammenwirken von persönlichen Interessen, Wünschen, Haltungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten mit äußeren Gegebenheiten, Möglichkeiten und Grenzen.
Prävention kann dementsprechend eher auf den Einzelnen ausgerichtet sein (Verhaltensprävention), und bestimmte, einer gelingenden Lebensgestaltung zuträgliche Überzeugungen und Fertigkeiten oder beispielsweise Kenntnisse über die unerwünschten folgen bestimmter Konsummuster zu vermitteln.
Und Prävention darauf hinwirken, die Lebensbedingungen von Menschen zu verbessern und die Präsenz von Drogen im Alltag zu vermindern (Verhältnisprävention).
| Zugangsebenen und inhaltliche Ausrichtung von Prävention |
| |
Substanzunspezifische Prävention |
Substanzspezifische Prävention |
| Verhaltensprävention |
- Erhöhung der psychosozialen Kompetenzen und Fertigkeiten - Stärkung der Persönlichkeit |
- Erhöhung spezifischer Risikokompetenzen - Information, Aufklärung, Beratung, Früherkennung und -intervention |
| Verhältnisprävention |
"Gesellschaftspolitik" (Familienpolitik, Bildungpolitik, ...) - Schaffung lebenswerter Lebensbedingungen und günstiger Entwicklungsmöglichkeiten |
„Ordnungspolitik“ - Regelung und Kontrolle - Verbote - Jugendschutzmassnahmen - Zugangsbeschränkungen - Werbebeschränkungen und Preispolitik |
Idealerweise greifen bei gelungener Prävention Verhaltensprävention und Verhältnisprävention ineinander.
In der Praxis wird die Kombination und Integration von Maßnahmen auf unterschiedlichen Zugangsebenen nicht genügend beachtet, sodass die Wirksamkeit präventiver Maßnahmen nicht voll zur Geltung kommen kann.
(Sucht-) Prävention und ihr Verhältnis zur (allgemeinen) Gesundheitsförderung
(Allgemeine) Gesundheitsförderung zielt darauf ab, die individuellen und sozialen Bedingungen für die Gesundheit zu verbessern. Insofern kann (allgemeine) Gesundheitsförderung auch suchtpräventive Wirkungen haben. Aus dem Blickwinkel der Suchtprävention gesehen: Eine umfassende Suchtprävention berücksichtigt selbstverständlich gesundheitsfördernde Aspekte. Allerdings hat Suchtprävention auch immer eine bestimmte problemspezifische (sucht- und substanzspezifische) Ausrichtung.
o Grundsätzliche Ziele von Suchtprävention
| |
- Initiale Abstinenz erhalten: Dazu beitragen, dass Kinder/Jugendliche gar nicht erst anfangen
Die Verwendung psychoaktiverer Substanzen findet sich, zumindest eingebunden in rituelle Handlungen, in einer Vielzahl menschlicher Kulturen.
Gleichzeitig gilt: Drogenkonsum ist keine naturnotwenige menschliche Verhaltensweise. Kinder kommen abstinent zur Welt und wachsen abstinent heran wenn sie nicht gerade das Kind einer suchtkranken Mutter sind. Manche bleiben es durchgehend im Hinblick auf alle, die meisten zumindest auf viele ihnen prinzipiell zugängliche Substanzen.
Primäres Ziel von Suchtprävention ist es deshalb, junge Menschen darin zu bestärken einer suchtmittelabstinenten Lebensweise den Vorzug zu geben, und sie dabei zu unterstützen.
- Das Einstiegsalter erhöhen: Dazu beitragen, dass Kinder/Jugendliche möglichst spät anfangen
Abstinenz für alle - eine abstinente Gesellschaft - ist ein wenig realistisches Ziel. Allerdings ist auch einiges gewonnen, wenn erreicht werden kann, dass möglichst viele Kinder/Jugendliche möglichst spät anfangen zu konsumieren. Den Beginn des Konsums möglichst lange hinauszuschieben ist wichtig, weil lebensgeschichtlich früh erworbenes Suchtverhalten schwerer zu überwinden ist.
- Risiken beim Konsum minimieren
Bei bereits konsumierenden (jungen) Menschen ist die Vermeidung von Schäden durch die Sensibilisierung für die Risiken - z.B. im Hinblick auf Situationen und Mengen - ein wichtiges Ziel.
- Die Konsumhäufigkeit vermindern
Abhängigkeitsentwicklung vollzieht sich maßgeblich über Gewohnheitsbildung. Das Risiko für das Eintreten vieler unerwünschter Nebenwirkungen wächst mit der Häufigkeit des Konsums. Wenn bereits konsumiert wird ist es sinnvoll dahingehend zu wirken, dass möglichst selten konsumiert wird. Dazu kann auch gehören, über strukturelle Maßnahmen die Angebote/Gelegenheiten zum Konsum zu verringern und Alternativen zu eröffnen.
- Verharmlosungstendenzen entgegenwirken
Unter Konsumenten, aber nicht nur bei diesen, gibt es oft unrealistische Einschätzungen zum Konsum von Substanzen und den damit verbundenen Risiken. Ein Ziel von Prävention ist es, hier der Wirklichkeit entsprechende Sichtweisen zu verbreiten.
- Früherkennung von riskantem Konsum und Frühintervention
Wichtiges Ziel der Prävention ist es auch, dazu beizutragen, dass Hinweise auf problematischen Konsum möglichst früh erkannt und geeignete Schritte unternommen werden, um eine Verfestigung oder weitere Eskalation zu vermeiden.
- Zum Ausstieg motivieren und annehmbare Ausstiegshilfen anbieten
Wer eine Abhängigkeit entwickelt hat, für den gibt es keinen Weg zurück zu einem dauerhaft kontrollierten, risikoarmen Konsum. Ihm bleiben als Alternativen entweder, sein Suchtverhalten fortzusetzen oder Abstinenz. In dieser Situation ist Ziel der Prävention die Motivation zum Ausstieg.
|
o Prävention ist Sisyphosarbeit
Prävention will gezielt Einfluss auf das Handeln von Menschen innerhalb komplexer sozialer Prozesse nehmen. Dabei sind sofort wirksame Lösungen selten realistisch und das Streben danach ist oft kontraproduktiv. Andererseits ist über beharrliches Gegensteuern mit adäquaten Interventionen oft eine Abmilderung bestimmter unerwünschter Erscheinungen erreichbar.
Sinnvolle und Erfolg versprechende Prävention orientiert sich an folgenden Anforderungen:
| |
- Sie sollte (lebensgeschichtlich/suchtbiographisch) früh einsetzen
- Sie sollte längerfristig angelegt sein/eine gewisse Kontinuität haben
- Sie sollte an der Lebenswirklichkeit der Zielgruppe(n) orientiert sein
- Ziele, Maßnahmen und Positionen sollten klar artikuliert und transparent sein
- Sie sollte konstruktiv und positiv sein
- Sie sollte ihre Gegenüber ernst nehmen, Ihnen respektvoll und gleichwürdig begegnen
- Sie sollte inhaltlich komplex/ganzheitlich angelegt sein
- Sie sollte inhaltlich und methodisch partizipativ/interaktiv sein
- Die Vermittler von Prävention sollten glaubwürdig sein
|
Unsere gegenwärtige Ausrichtung in der Prävention
Der präventive Beitrag von uns als Einrichtung der Suchthilfe richtet sich in erster Linie auf die Verminderung der Nachfrage nach suchterzeugenden Stoffen und Verhaltensweisen (Nachfragereduktion).
Wir sehen eine unserer Stärken und zentralen Aufgaben darin, unmittelbar (in persönlicher Kommunikation) mit potentiell betroffenen (jungen) Menschen zu arbeiten und tun das vor allem im Rahmen Schule.
Neben der Vermittlung realitätsangemessener Informationen liegt uns daran, einen Beitrag dazu zu leisten, dass Menschen besser dazu fähig sind, ihr Zusammenleben mit anderen aus sich heraus zu bewältigen und befriedigend zu gestalten. Die fält unter Verhaltensprävention).
Selbstverständlich ist es uns wichtig, diese unmittelbare Arbeit möglichst mit Verhältnisprävention auf lokaler Ebene in Form von Multiplikatorenarbeit und der Beratung von Institutionen zu kombinieren.
Schulische Prävention
Schule ist für uns ein ausgesprochen wichtiger Rahmen für Prävention. Die in der Schule ablaufenden Prozesse stellen Schutz- und Risikofaktoren dar, auf die es sich lohnt Einfluss zu nehmen.
|
Prävention in den Schulen der Stadt Heidelberg
In Heidelberg bieten wir zwei Regelprogramme für die Klassenstufe 5 der Haupt- und Förderschulen und Klassenstufe 7 aller Schularten in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendamt der Stadt Heidelberg an.
Auf Anfrage können wir Präventionsmaßnahmen auch für andere Klassenstufen anbieten.
Unsere Präventionsprojekte für die Schulen in Heidelberg werden durch die PSB Heidelberg koordiniert.
|
Regelprogramm: "Was tun gegen Sucht"
Dieses Programm wird im Auftrag des Kinder- und Jugendamtes der Stadt Heidelberg durch die Beratungsstelle Heidelberg mit Klassen der Klassenstufe 7 an Heidelberger Schulen organisiert und durchgeführt.
Das Projekt besteht aus drei Bausteinen:
|
- einem Elternabend, der Informationen über die aktuellen Entwicklungen im Bereich der illegalen und legalen Suchtmittel, eine Erörterung der Bedeutung unterschiedlicher Suchtmittel, Informationen über das gesamte Projekt, wie Rahmen, Ziele, Inhalte und Suchtursachen und Entstehung und die Möglichkeiten und Grenzen des suchtvorbeugenden Handelns von Eltern vermittelt.
| |
- einem erlebnispädagogischen Tag, bei dem die Schüler eingeladen werden, beim Ausprobieren von Übungen und Bewältigen von Aufgaben individuelle Fertigkeiten und die Kommunikations- und Konfliktkultur der Klasse bewusst zu erleben und zu entwickeln
| |
- einem Vormittag in der Beratungsstelle, bei dem die Arbeit der Drogenberatung vorgestellt wird, das Phänomen und die Entwicklung von Abhängigkeit vermittelt wird, sich mit Risiko- und Schutzfaktoren beschäftigt wird, die Schüler über Wirkung, Verbreitung und Risiken von Suchtmitteln informiert werden, und sich mit der eigenen Verhaltensweise bezüglich ihrem eigenen Konsum- und Freizeitverhalten auseinander setzen
|
| |
Regelprogramm: "Starterprogramm"
Dieses Programm wird im Auftrag des Kinder- und Jugendamtes der Stadt Heidelberg durch die Beratungsstelle Heidelberg mit Klassen der Klassenstufe 5 an Heidelberger Haupt- und Förderschulen organisiert und durchgeführt.
Es bietet den Schülern die Möglichkeit, durch erlebnispädagogische Spiele, Übungen und Aufgaben ihren Umgang miteinander, ihre individuellen psychosozialen Kompetenzen und Fertigkeiten zu reflektieren und zu entwickeln. Außerdem bietet es eine Gelegenheit, Kontakte untereinander aufzubauen und zu pflegen und dadurch das Klassenklima zu fördern.
Das Projekt umfasst ein Vorgespräch mit dem Klassenlehrer und der Klasse, das eigentliche Programm mit drei Vormittagen und ein anschließendes Auswertungsgespräch mit dem Klassenlehrer.
|
|
|
Prävention in den Schulen im Rhein-Neckar-Kreis
Für den Rhein-Neckar-Kreis bieten wir für die Klasse 6 der Hauptschulen und die Klasse 7 der Realschulen und Gymnasien ein suchtvorbeugendes Programm an. Auf Anfrage können wir entsprechende Präventionsprojekte auch für andere Klassenstufen anbieten.
Unsere Präventionsprojekte für die Schulen im Rhein-Neckar-Kreis werden durch die PSB Wiesloch koordiniert.
|
Schulzentrum Walldorf
Am Schulzentrum Walldorf führen wir regelmäßig Präventionsprogramme durch.
Hierzu gehört das Programm "Klasse klar kommen" in Klassenstufe 5 verfolgt als Hauptziel die psychosozialen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schüler zu fördern und einen Beitrag zu einem positiven Klassenklima zu leisten. Das Programm besteht aus einem Gesamtelternabend für die Klassenstufen 5 der Realschule und des Gymnasiums, aus Vor- und Nachgesprächen zum Projekt mit den Lehrkräften sowie ein bis zwei Blockveranstaltungen mit den einzelnen Klassen über je einen Vormittag außerhalb der Schule.
In Klassenstufe 7 wird gezielte Suchtprävention in Zusammenarbeit mit den Suchtpräventionslehrern der beiden Schulen durchgeführt. Dieses Programm hat drei Hauptelemente, die Elternarbeit, die Informations- vermittlung und Sensibilisierung hinsichtlich Konsum und Abhängigkeit, und erlebnispädagogische Arbeit mit den Klassen.
Zusätzlich wird am Schulzentrum Walldorf auch anlassbezogene Beratung durchgeführt, hierzu gehört insbesondere eine wöchentliche offene Sprechstunde für Schüler, Lehrer und Eltern.
| |
Schulische Prävention in den Hauptschulen
Für die Klassenstufe 6 an Hauptschulen im Rhein-Neckar-Kreis bieten wir ein suchtvorbeugendes Programm an.
Die Ziele und Inhalte sind vor allem die Aufnahme bzw. Pflege von Kontakten zur Beratungsstelle, Information über Angebote und Arbeitsinhalte der Beratungsstelle, Gründe für und Risiken bei Konsum von legalen und illegalen Drogen, sowie die Stärkung der Fähigkeit zum Zurückweisen von Konsumangeboten und zum Verzicht (z.B. anhand von Zigaretten) durch das "Entdecken" von Alternativen. Das Programm besteht aus einem Vorgespräch mit dem Klassenlehrer, der Vorstellung des Programms in der Klasse und einem Vormittag mit Besuch in der Beratungsstelle und erlebnispädagogischem Teil. In den Spielen, Übungen und Aufgaben des erlebnispädagogischen Teils können sich für Einzelne oder eine ganze Klasse Erkenntnisse über eigene Verhaltensgewohnheiten und auch Impulse für eine Veränderug problemträchtiger Verhaltensweisen entwickeln. Ziel dabei ist die Förderung eines respekt- und vertrauensvollen Klassenklimas und der entsprechenden Verhaltensweisen der Schüler.
Schulische Prävention in den Realschulen und Gymnasien
Für die Klassenstufe 7 an Realschulen und Gymnasien im Rhein-Neckar-Kreis bieten wir ein suchtvorbeugendes Programm an.
Die Ziele und Inhalte sind vor allem die Aufnahme bzw. Pflege von Kontakten zur Beratungsstelle, Information über Angebote und Arbeitsinhalte der Beratungsstelle, Gründe für und Risiken bei Konsum von legalen und illegalen Drogen, sowie die Stärkung der Fähigkeit zum Zurückweisen von Konsumangeboten und zum Verzicht (z.B. anhand von Zigaretten) durch das "Entdecken" von Alternativen. Das Programm besteht aus einem Vorgespräch mit dem Klassenlehrer, der Vorstellung des Programms in der Klasse und einem Vormittag mit Besuch in der Beratungsstelle.
|
|
Flyer zu FreD

(bitte klicken)
Das Angebot "FreD" richtet sich an erstauffällige Drogenkonsumenten. Es besteht im Kern aus vier 2-stündigen Gruppengesprächen innerhalb von 2 Wochen. Die Ziele dieses Kurses sind:
- Reflexion des eigenen (früheren und gegenwärtigen) Umgangs mit psychoaktiven Substanzen
- Beschäftigung mit Motivationen für bzw. äußeren und inneren Auslösern von Substanzkonsum
- Auseinandersetzung mit persönlichen Grenzen, sowie Folgen und Risiken des Drogengebrauchs
- Motivation zur Einstellungs- und Verhaltensänderung
- Informationsvermittlung über Drogen, deren Wirkung und Risikopotenziale
- Stärkung der Fähigkeit, eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen vor dem Hintergrund von Selbst- und Fremdeinschätzung (Feedback im Gruppenkontext), sowie der persönlichen Risiko- wahrnehmung.
|
|
|